Mehr als nur ein Trauerort

Besuch der Religionskurse auf dem Waldfriedhof

Zu Beginn des Halbjahres haben sich die Religionskurse von Frau Pettke und Frau Meyer-Bothling intensiv mit dem Thema „Tod und Sterben“ beschäftigt. Dazu sollten alle Lernenden ein individuelles Portfolio gestalten, in dem Erfahrungen und Erkenntnisse festgehalten werden sollten. Das Thema sollte dieses Jahr passend mit einem Besuch auf dem Waldfriedhof in Celle abgeschlossen werden.

Am 13. März trafen sich beide Religionskurse an der Bushaltestelle des Hölty, um gemeinsam mit dem Bus zum Friedhof zu fahren. Dort angekommen erhielten die SchülerInnen eine kleine Führung über die Anlage. Hierbei interessierte sich der Jahrgang besonders für die Grabstätten der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg sowie die Themengrabstätten des Friedhofes, z.B. die Arche. Mit 24,5 Hektar ist der Waldfriedhof der größte Friedhof in Celle.

Er wurde 1930 eröffnet und spielt eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Der Waldfriedhof besteht aus sechs besonderen Bestattungsorten, wodurch den Verstorbenen und ihren Angehörigen vielen Möglichkeiten der individuellen Grabwahl und auch Bestattungsform bleiben. Es gibt z.B. die Arche, den Baumkreis, das Kolumbarium, den Bauerngarten und Ribbecks Garten sowie den Naturgarten. Mittig befindet sich ein großer Teich, der sich aus Grundwasser bildete, als Kies und Sand für die Befestigung der Wege abgetragen wurden. Besonders schön und interessant fanden unsere Religionskurse die Grabstätten der Zirkusdirektoren sowie die bereits genannte Arche.

Viele waren überrascht, wie ein Ort, der mit so einem traurigen Thema verbunden ist, so schön gestaltet sein kann und eine besondere Atmosphäre entwickelt, die zum Verweilen oder auch Spazierengehen einlädt. Tatsächlich wird der Waldfriedhof täglich von vielen Menschen besucht, die nicht nur ihre Verstorbenen besuchen, sondern einfach dort verweilen wollen.

Neben all den beeindruckenden Erfahrungen gab es natürlich auch andere, die im Gedächtnis blieben, so z.B. die anonymen Grabstätten oder auch die Kindergräber. Diese Eindrücke trugen wir alle noch lange mit uns.

Die Führung endete mit einem gemeinsamen Besuch in der Kapelle des Ruhegartens. Hier konnten Fragen über den Ablauf einer Bestattung und die Grabgestaltung gestellt werden. Nach der Rundtour war genügend Zeit, noch einmal für sich durch den Waldfriedhof zu gehen und Eindrücke für das Portfolio zu sammeln.

Der Ausflug endete mit der Rückfahrt nach Hambühren und insgesamt konnten alle neue Eindrücke sammeln und sich von dem Waldfriedhof für ihre Portfolios und auch darüber hinaus inspirieren lassen. Der Ausflug wird allen Beteiligten noch lange in schöner Erinnerung bleiben.

Text: Diana Menzel und Lotta Wickbold
Fotos: Anke Meyer-Bothling