Der diesjährige Abschlussjahrgang war einer für die Geschichtsbücher des Hölty-Gymnasiums: Mit 35 Abiturientinnen und Abiturienten wurde zwar der kleinste Jahrgang verabschiedet, aber die Feierlichkeiten fanden zum ersten Mal am neuen Standort in Hambühren statt. Nachdem der letzte Jahrgang in Celle „das Licht ausgemacht hat“, hat der diesjährige Jahrgang laut Abi-Motto „13 Jahre gekocht“ – also in der Jugendsprache etwas Besonders geleistet. Und das hatten sie.
Schulleiter Herr Lahme ging in seiner Rede auf die gemischten Emotionen ein, die bei den Schülerinnen und Schülern an diesem Tag präsent seien: Abschied, Neuanfang, Ungewissheit, aber auch Freude. „Ihr seid für immer die Ersten“, fuhr Herr Lahme fort und lobte die Pionierarbeit des Jahrgangs. In diesem Zusammenhang forderte er die Abiturientinnen und Abiturienten auf, ihren Status verantwortungsvoll zu nutzen und sich den Herausforderungen der Welt von KI und Digitalisierung bis hin zu Kriegen und Konflikten zu stellen. Dabei brachte er auch Wertschätzung gegenüber den Familien, Freunden und dem Kollegium zum Ausdruck. Eine besondere Erwähnung bekam Frau Heese, die als Elternratsvorsitzende am Hölty-Gymnasium hervorragende Arbeit geleistet hat und mit dem Abitur ihrer Tochter Emmy nun aus dem Amt scheidet.
Für das Kollegium sprachen Herr Bussmann und Herr Dr. Thiele. In ihrer humorvollen Rede schmeichelten sie dem Jahrgang zunächst und lobten ihre Leistungen, bevor es zu einem gespielten Disput zwischen dem Naturwissenschaftler und dem Literaten kam: Während Herr Bussmann die Schulzeit bildhaft als chemische Synthese sah, bei der aus Ausgangsstoffen mit Hilfe von Aktivierungsenergie neue Stoffe entstehen, zog Herr Dr. Thiele Parallelen zu den Pflichtlektüren „Der zebrochne Krug“ und „Das kunstseidene Mädchen“, bei denen es darum geht, die eigene Identität zu erkennen und einen Platz im Leben zu finden. Zum Schluss wurden sie sich aber doch einig und brachten ihren Stolz, ihre Freude und Bewunderung im Hinblick auf den Jahrgang zum Ausdruck.
Stellvertretend für die Absolventinnen und Absolventen warfen die „Jahrgangseltern“ Felina Zieleke und Noah-Bendix Fricke einen Blick zurück auf die turbulenten Schuljahre. Herausforderungen wie die Corona-Zeit wurden ebenso gemeistert wie der Umzug nach Hambühren, Unterricht in der 9. und 10. Stunde und der gemeinsame Feind im 12. Jahrgang: Die Facharbeit. Neben einigen Seitenhieben kamen aber auch die positiven Aspekte nicht zu kurz wie die Klassen- und Studienfahrten nach Köln, Liverpool und Wien und natürlich das Feiern nach dem Ende der Unterrichtspflicht. Aber spätestens, als die Absolventinnen und Absolventen von einigen Fünft- und Sechstklässlern gesiezt wurden, haben sie gemerkt, dass sie doch langsam erwachsen geworden und bereit für das Abitur sind.
Traditionell wurden die Lehrkräfte der Leistungskurse vom Abschlussjahrgang besonders gewürdigt und beschenkt, bevor die Abiturientinnen und Abiturienten wie üblich mit eigens gewählter Musik und mit einem aktuellen und einem Kinderfoto auf dem großen Monitor im Hintergrund ihre Zeugnisse entgegennahmen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wurden für ihre besondere Leistungen belohnt – etwa für die langjährige Mitarbeit in der SV, den Hölty-Bands oder für hervorragende Leistungen im Abitur.
Von den 35 Absolventinnen und Absolventen haben acht das Abiturzeugnis mit einem Schnitt unter 2,0 geschafft. Victoria Panchenko ist mit einem Schnitt von 1,2 die Jahrgangsbeste, gefolgt von Noah-Bendix Fricke und Jarne Wölfl mit 1,4.
Die Absolventinnen und Absolventen haben also nicht nur „13 Jahre gekocht“, sondern auch, wie es im Abi-Motto weiter heißt, „serviert“. Dazu gratuliert das Hölty-Gymnasium von Herzen und wünscht allen Abiturientinnen und Abiturienten alles Gute für die Zukunft.
Text: Jan Henrik Flecke
Fotos: Michael Rücker

