Sej a Mensch“ – Jahrgänge 12 und 13 besuchen Vortrag von Marcel Reif

Am Donnerstag, den 19. März 2026, besuchten die Schülerinnen und Schüler des 12. und 13. Jahrgangs des Hölty-Gymnasiums den alljährlichen öffentlichen Vortrag in der Congress Union Celle. Eingeladen hatten die Rotary Clubs Celle und Celle-Schloss, die mit Marcel Reif einen prominenten Gast gewonnen hatten. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften der Fachgruppe Politik-Wirtschaft. Für das Hölty-Gymnasium war die Teilnahme dabei keine Premiere, bereits in den vergangenen Jahren hatte die Schule entsprechende Vorträge besucht.

In einer gut gefüllten Congress Union sprach der ehemalige Sportjournalist unter dem Titel „Eine Rede, die ich nie halten wollte“ über Erinnerung, Verantwortung und Menschlichkeit. Marcel Reif knüpfte damit an jene Rede an, die ihn über den Sportjournalismus hinaus noch einmal auf besondere Weise bekannt gemacht hat. Am 31. Januar 2024 hatte er im Deutschen Bundestag im Rahmen der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus gesprochen. Im Zentrum seiner Ansprache stand das Vermächtnis seines Vaters Leon Reif, der den Holocaust überlebt hatte und seinem Sohn mit drei einfachen Worten das Wichtigste mitgab: „Sej a Mensch. – Sei ein Mensch.“

Reif sprach dabei nicht belehrend, sondern offen, persönlich und nahbar. Dabei wurde deutlich, dass es ihm nicht nur um Geschichte, sondern vor allem um die Gegenwart ging. Er erinnerte daran, dass junge Menschen nicht verantwortlich sind für das, was früher geschehen ist, wohl aber für die Zukunft der Gesellschaft. Reif machte deutlich, wie wichtig Menschlichkeit, Verantwortung und ein respektvoller Umgang miteinander sind, gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich erscheinen.

Der Abend war dabei überwiegend gesprächsartig aufgebaut und eröffnete den Zuhörerinnen und Zuhörern die Möglichkeit, eigene Fragen einzubringen. Auch Schülerinnen und Schüler des Hölty-Gymnasiums beteiligten sich an diesem Austausch. Marcel Reif nahm sich Zeit, antwortete bereitwillig und erzählte eindrucksvolle Geschichten aus seiner Familie und aus seinem eigenen Leben. Gerade diese Mischung aus persönlicher Erinnerung, klarem moralischem Kompass und offener Gesprächsbereitschaft machte den Abend zu einer besonderen Erfahrung.

Text und Foto: Andreas Hidasi