Schüleraustausch in Chile

Circa 12.000 km weit weg – dort ging es für mich und 13 weitere deutsche Schülerinnen und Schüler zum Schüleraustausch. Ich habe einen Monat lang die Deutsche Schule Puerto Montt besucht und in einer sehr lieben Gastfamilie gewohnt. Am 20.3. ging die weite Reise am Frankfurter Flughafen los. Als wir ungefähr einen Tag später in Puerto Montt ankamen, wurden wir sehr herzlich empfangen. Am Wochenende haben wir uns erstmal ausgeruht und unsere Familien besser kennengelernt. Montag war unser erster Schultag und auch in der Schule habe ich mich sehr willkommen gefühlt. Wir haben am regulären Schulunterricht teilgenommen, hatten aber auch eigene Stunden, zum Beispiel Spanisch, Bibliothekszeit für unsere Aufgaben aus Deutschland und Projektstunden.

Außerhalb des Unterrichts hatten wir viele weitere schöne Aktivitäten, die von Francisca und Sina (Austauschkoordinatorinnen) organisiert wurden. Wir haben die 2. Feuerwehrkompanie und den deutschen Verein in Puerto Montt besucht, eine Bootstour zu den Seelöwen in der Bucht gemacht und sind mit dem Zug nach Llanquihue gefahren.
Es gibt in Puerto Montt eine Menge zu entdecken, weshalb wir während in der deutschen Schule die wichtigen Zulassungsprüfungen für den Deutschunterricht stattgefunden haben, sind wir nach Puerto Montt gefahren und haben ein Video mit den wichtigsten Orten für das Austauschprojekt gedreht. Dafür waren wir an der Costanera, dem Markt Angelmó und vor der Mall, aber auch ein Denkmal für die ersten deutschen Einwanderer in Puerto Montt haben wir im Video gezeigt.

Wir waren nicht nur in Puerto Montt, auch außerhalb haben wir schöne Orte besucht. Am ersten Wochenende bin ich mit sechs anderen deutschen Schülerinnen und Sina nach Pucón gefahren. Dort haben wir bei Sinas Gasteltern übernachtet. Das Haus war direkt in der Nähe von einem See und dem Vulkan (Vulkan Name). Wir haben sehr leckeres Essen von Sinas Gastmutter bekommen und haben schöne Ausflüge gemacht: in eine Therme, nach Villarica, Valdivia, auf den Vulkan für eine Wanderung in den Höhlen und zu einem Markt mit typischem chilenischem Essen. Bevor wir zurückgefahren sind, sind wir noch zu einem Strand direkt am Pazifik gegangen, dass war auch sehr beeindruckend, denn an dem Tag war es sehr stürmisch und die Wellen waren entsprechend sehr hoch.

Am Osterwochende bin ich mit meiner Gastfamilie nach Lenca gefahren. Dort wohnen die Großeltern von meinen Gastschwestern und meine Familie hat dort ebenfalls ein zweites Haus. Lenca liegt direkt an der Carretera Austral (eine lange Autobahn in Chile) und hat eine sehr schöne Natur. Am Karfreitag haben wir einen Gottesdienst besucht, der draußen direkt neben dem Meer stattgefunden hat, das hat mir besonders gut gefallen. Danach sind wir in einen Wald gefahren und an einem Fluss spazieren gegangen. Außerdem waren wir zum Sonnenuntergang nochmal am Meer. Mir gefällt es sehr, dass das Meer hier immer in der Nähe ist. Abends haben wir dann mit der ganzen Familie gegessen. Hier gibt es meistens kein Abendessen sondern, das sogenannte „once”. Man kann es mit der Kaffee und Kuchen Zeit in Deutschland vergleichen, allerdings ist once meistens eher herzhaft. In Lenca waren wir außerdem noch im Natinalpark wandern und Ostersonntag haben wir auch eine Ostereiersuche gemacht. Am Ostermontag sind wir wieder zurück nach Puerto Montt gefahren.

Meine Familie hat mit mir auch weitere schöne Orte gezeigt, zum Beispiel Puerto Varas, den Vulkan Osorno, die Chilóe Insel, eine weitere Therme und den Nationalpark in Ensenada.
Die Menschen in Chile sind alle sehr herzlich, und die Natur ist sehr beeindruckend. Ich habe mich sehr schnell im chilenischen Lebensstil eingelebt und genieße das Leben hier sehr. Es war eine wunderschöne Zeit, die ich niemals vergessen werde. Meine Gastfamilie, meine Freunde und Chile im Allgemeinen werden mir in Deutschland sehr fehlen. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann noch einmal zurückkommen kann.

Text und Fotos: Svea Hoppenstedt