Eine Idee, die Spuren hinterlassen soll – so begann unser Seminarfachprojekt. Von Anfang an stand für uns fest, dass wir nicht nur etwas Organisatorisches auf die Beine stellen wollten, sondern etwas, das das Schulgelände sichtbar bereichert und auch in den nächsten Jahren an uns erinnert. So entwickelte sich die Vorstellung, das Hölty ein kleines Stück grüner zu machen und gleichzeitig praktische Verantwortung für ein nachhaltiges Vorhaben zu übernehmen. Schnell war der Entschluss gefasst, neue Bäume auf das Schulgelände zu bringen.
Bevor wir allerdings überhaupt an Pflanzen denken konnten, startete für uns eine Phase intensiver Vorbereitung. Gemeinsam sammelten wir Vorschläge, überlegten, was realistisch ist, welche Ressourcen wir brauchen und wie wir unser Vorhaben am besten umsetzen. Schnell wurde deutlich, dass eine Pflanzaktion nicht einfach bedeutet, einen Baum in die Erde zu setzen, sondern dass viele kleine Schritte dazugehören. Diese Schritte machten den Prozess spannender, aber auch anspruchsvoller, als man von außen vielleicht erwartet.
Ein besonderer Bestandteil unserer Planung war die Einbindung der Schülerschaft. Da wir nicht einfach für die Jahrgänge entscheiden wollten, was gepflanzt werden soll, führten wir eine Abstimmung durch, bei der sowohl die fünften Klassen als auch der dreizehnte Jahrgang ihre bevorzugte Baumart auswählen konnten. Beide Jahrgänge entschieden sich unabhängig voneinander für einen Kirschbaum, was uns sehr gefreut hat, weil es dem Projekt eine schöne symbolische Einheit gegeben hat. So wurde klar: Jeder Baum steht für einen der beiden Jahrgänge, aber beide bilden zusammen ein gemeinsames Zeichen für das Hölty.
Währenddessen liefen im Hintergrund viele organisatorische Aufgaben: Werkzeuge zusammentragen, Material beschaffen, Absprachen mit Lehrkräften treffen, Mails formulieren, Informationen weitergeben und den Pflanzort vorbereiten. Es fühlte sich ein bisschen an, als würde man ein großes Puzzle zusammensetzen, bei dem jedes Stück seinen Platz braucht, damit alles funktioniert. Als schließlich der Tag der Pflanzaktion näher rückte, stieg unsere Vorfreude.
Wir trafen uns am Nachmittag des 19. Novembers, legten alles bereit und starteten mit dem Ausheben der Pflanzgruben. Die Arbeit an der frischen Luft und die gemeinsame Vorbereitung machten den Beginn der Aktion besonders. Unterstützt wurden wir außerdem von den Jahrgangssprechern des 13. Jahrgangs, die sich mit Einsatz an der Arbeit beteiligten und das Projekt damit tatkräftig unterstützten. Das Setzen der Bäume selbst war schließlich der Moment, auf den wir die ganze Zeit hingearbeitet hatten.
Als die jungen Bäume aufrecht im Boden standen und wir die Erde rundherum auffüllten, wurde uns bewusst, dass wir tatsächlich etwas geschaffen hatten, das dauerhaft sichtbar bleiben würde. Ein Projekt, das nicht nach dem Präsentationstag endet, sondern mit jedem Jahr mehr Gestalt annimmt. Die zwei Kirschbäume werden wachsen, blühen und vielleicht irgendwann ein fester Bestandteil unserer Schultradition sein – sei es als Foto-Hintergrund, schattiger Platz oder einfach als kleines Stück Natur mitten auf dem Schulgelände.
Damit die Bäume gut anwachsen können, übernimmt nun die Garten-AG von Herrn Dr. Thiele die weitere Pflege. Am Ende blicken wir auf ein Projekt zurück, das uns als Gruppe gefordert, aber auch gestärkt hat. Wir haben geplant, organisiert, zusammengearbeitet und dabei gelernt, wie aus einer Idee im Seminarfach etwas Sichtbares und Nachhaltiges entstehen kann. Wir hoffen, dass die beiden Kirschbäume viele Jahre lang Teil unseres Schulgeländes bleiben und den kommenden Generationen zeigen, wie viel möglich ist, wenn man gemeinsam Verantwortung übernimmt.
Text und Fotos: Moritz Doll
Melina Kurasov
Victoria Panchenko
Tugce Sert

