Literatur zum Anfassen – unser Besuch in Bargfeld

Literatur wirkt oft fern und abstrakt. Doch in Bargfeld, ganz in unserer Nähe, lässt sie sich unmittelbar erleben. Als Deutsch-Leistungskurs des 13. Jahrgangs besuchten wir, zusammen mit unserem Lehrer Herrn Dr. Thiele, die Arno-Schmidt-Stiftung und tauchten in Orte ein, an denen Literaturgeschichte lebendig geblieben ist.

Im Zentrum unseres Besuchs stand das Wohn- und Arbeitshaus von Arno Schmidt, in dem der Schriftsteller selbst viele Jahre in einfachsten Verhältnissen lebte. Frau Wittemer von der Arno-Schmidt-Stiftung führte uns kundig und mit einer ansteckenden Begeisterung durch die Räume, die wie eine Zeitkapsel wirkten: Selbst der Abreißkalender hängt noch genauso da, wie Schmidt ihn zurückgelassen hat.  Die schlichten Räume wirkten auf uns sehr privat und persönlich. Man bekam ein Gefühl dafür, wie konzentriert und zurückgezogen Schmidt gearbeitet hat und wie eng sein Alltag mit dem Schreiben verbunden war.

Ein weiterer wichtiger Teil unseres Besuchs führte uns in das Haus des Antiquars Hermann Wiedenroth, in dem früher ein Freund Arno Schmidts wohnte. Auch hier wurde deutlich, wie stark dieser ganze Ort mit Schmidts Umfeld verknüpft ist. Vergangenheit und Gegenwart gingen ineinander über und machten Geschichte greifbar. Ein besonderes Highlight war die Büchersammlung in diesem Antiquariat. Uns wurden Bücher in unterschiedlichen Formaten gezeigt: winzige Miniaturbücher, aufwendig gestaltete alte Prachtausgaben und beeindruckend große Bände. Jedes einzelne Buch erzählte seine eigene Geschichte und zeigte, wie viel Leidenschaft, Wissen und Sorgfalt in dieser Sammlung steckt.

Ergänzend bekamen wir Einblicke in Arno Schmidts bekanntes Werk „Zettel’s Traum“. Das Buch beeindruckte vor allem durch seine außergewöhnliche Gestaltung: Ein riesiges Format, Seiten, die nicht klassisch gelesen werden, sondern über mehrere Spalten Notizen, Gedanken, Sprachspiele und Querverweise enthalten.

Am Ende unseres Besuchs wurde uns klar, dass Literatur hier nicht nur vermittelt, sondern erlebbar wird. Bargfeld zeigte uns, dass große Literatur nicht weit entfernt sein muss – sie kann direkt vor unserer Haustür liegen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Amber Butt