Erster Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Puerto Montt, Chile

„Wie fühlt es sich an, auf der anderen Seite der Welt zu leben?“
Im April 2025 hatten wir, fünf Schüler aus der 11. und 12. Klasse, die Möglichkeit dies durch einen einmonatigen Schüleraustausch in Südamerika zu erleben.
Organisiert von Sina Freund und der Deutschen Schule in Puerto Montt, Chile flogen wir mit einer deutschen Gruppe, zusammengesetzt aus 19 Schülern aus neun verschiedenen Bundesländern, am 08. April (durch einen technischen Defekt am Flugzeug erst einen Tag später als geplant) endlich los.
Wir lebten in Gastfamilien, besuchten die Deutsche Schule in der südlichen Hafenstadt Puerto Montt und hatten die Chance, unsere Spanischkenntnisse zu verbessern, sowie eine neue Kultur und neue Freunde kennenzulernen.  
Schon in den ersten Tagen fiel die Gastfreundlichkeit der Chilenen besonders auf. Zur Begrüßung und zum Abschied gab es jedes Mal eine Umarmung und Küsschen linksrechts, ganz egal ob man die Person schon drei Wochen oder nur drei Minuten kannte. Außerdem wurden wir alle sehr herzlich aufgenommen und gut in den Alltag unserer Gastfamilien integriert.
Am Wochenende wurden viele Ausflüge unternommen. Diese führten uns zum Beispiel in die Städte Puerto Varas, Frutillar, Villarica, Pucón und Valdivia, auf die Chiloé Inseln oder zum Volcán Osorno und in die wirklich einzigartige Natur des südamerikanischen Landes.
Im Schulalltag fielen uns auch zunächst einige Unterschiede auf. Schulbeginn schon um 07:40 Uhr, fast keine Doppelstunden, keine mündlichen Noten, Notensystem von sieben (sehr gut) bis zwei (ungenügend), Kreidetafeln mit Beamern, usw…Ebenfalls gibt es dort keine richtigen Busverbindungen (und wenn doch, wird der Bus nur durch Klebeband zusammengehalten) oder das Fahrrad als typisches Verkehrsmittel, so dass alle mit dem Auto zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt werden. Trotz all dieser Unterschiede wurden schnell neue Kontakte geknüpft und wir mussten viele interessierte Fragen über uns, Deutschland und unser Leben dort beantworten (gestartet wurde meistens auf Spanisch und es endete dann oft in einem Mix aus allem, inklusive Gebärdensprache). Mit der Zeit ist man aber wirklich sicherer im Spanisch geworden und hat sehr viele neue Vokabeln gelernt und mit nach Hause genommen. Als es schließlich nach den vier Wochen wieder Richtung Celle ging, waren wir alle sehr traurig, dass der Hinaustausch wie im Flug vergangen ist.
Umso schöner war es, als im Januar 2026 endlich der Rückaustausch startete und wir neun Chilenen für sechs Wochen bei uns in Celle und am Hölty begrüßen durften. Am 10. Januar kamen sie nach einer stressigen Reise am Bahnhof an. Durch den Schneesturm leider ebenfalls einen Tag später als geplant. Der Schnee überraschte die chilenischen Schüler sehr, da in Puerto Montt gerade Sommerferien waren, es aber auch dort im Winter nicht schneit – nur regnet. Alle waren aufgeregt und freudig auf ihre Zeit in dem Land, mit dessen Sprache und einigen Traditionen sie seit dem Kindergarten aufgewachsen sind. Wir Gastfamilien haben viele Aktivitäten geplant. Viele haben Ausflüge in die Städte Hannover, Hamburg, Bremen, Berlin oder auch Dresden unternommen. Außerdem waren Schlittenfahren im Harz, ein Besuch in der Trampolinhalle, Schlittschuhlaufen und die Autostadt Wolfsburg Ausflugsziele, die man vor allem in der kalten Jahreszeit sehr gut machen kann.
Auch die Schule hat Aktivitäten mit uns geplant. So haben wir alle zusammen eine Schlossführung unternommen, mit anschließendem Besuch in einem kolumbianischen Café hier in Celle (Café Pasión – sehr empfehlenswert). Ebenfalls waren wir im Inkas Escape Room in Hannover, wo wir in Teams gegeneinander die Rätsel gelöst haben. Der Höhepunkt war aber der chilenische Abend bei uns in der neuen Mensa. Alle Beteiligten des Austauschs sind zusammengekommen und haben die Zeit Revue passieren lassen.
Außerdem hat jeder etwas zu dem deutsch – chilenischen Buffet beigesteuert.  Am 22. Februar hieß es schließlich Abschied nehmen von unseren Freunden vom anderen Ende der Welt. Zum Glück gibt es heutzutage viele Möglichkeiten auch über den Atlantik Kontakt zu halten.
Ein großer Dank geht an Sina, ohne die es diese wundervolle Austauschmöglichkeit für uns nicht gäbe. Auch bedanken wir uns bei Frau Dittrich, Frau Pettke und Herrn Lahme, die für den schönen Rückaustausch verantwortlich waren und den Kontakt zu unserer Partnerschule in Puerto Montt ermöglichen.
Schon im April dieses Jahres werden wieder zwei Schülerinnen von uns nach Chile reisen um ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln, und auch wir würden den Austausch immer wieder machen und empfehlen ihn zu 100% weiter!!

Text: Lucy von der Brelie
Fotos: Ineke Gerke, Lucy von der Brelie